Rechtsform

Die Genossenschaft Wir vom Gut eG ist aus dem Verein LebensRaum e.V. entstanden. Als eingetragene Genossenschaft ist sie Eigentümer der Immobilie und sichert somit bezahlbaren Wohnraum  für die nachfolgenden Generationen. Die Genossenschaft garantiert zudem die übernommene Verantwortung für das Baudenkmal sowie den Schutz der angrenzenden Landschaft und Natur.
Diese Rechtsform gibt uns wichtige Pfeiler unserer Struktur vor, wie Vorstand, Vertrauensrat und die jährliche Generalversammlung.

Warum wir uns für eine Genossenschaft entschieden haben?

Wohnungsbaugenossenschaften existieren seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts – sie haben Inflation, Krieg und Währungsreformen überlebt – in Sachen Beständigkeit ein Erfolgsmodell! Nicht umsonst wählen viele Wohnprojekte die Genossenschaft als Organisationsform, weil hier nicht das Kapital zählt, sondern der Mensch. In einer Genossenschaft gilt das Prinzip: ein Mitglied/Mensch  – eine Stimme, unabhängig von der Höhe des eingebrachten Kapitals. 

Im Rahmen dieser Rechtsform können die Mitglieder des Wohnprojektes kein Eigentum im klassischen Sinn erwerben. Vielmehr ist eine Beteiligung in Form von Genossenschaftsanteilen möglich, über welche der Kauf finanziert wird. Damit wird ein Nutzungsrecht erworben, das nicht übertragbar oder verkäuflich ist. Die eingebrachten Genossenschaftsanteile verbleiben beim Mitglied, bzw. bei seinen Erben. Wer aus der Genossenschaft austritt, erhält seine Genossenschaftsanteile zurück und gegebenenfalls auch einen Abstand für private Investitionen in die Ausstattung der Wohnung. Der „Mehrwert“  jedoch verbleibt in der Gemeinschaft. Eine finanzielle Absicherung fürs Alter ist durch ein genossenschaftliches Modell nicht möglich! Es wird kein Privateigentum, sondern Projekteigentum gebildet. Und: Ist dies nicht eine viel größere Sicherheit im Sinne eines sinnvollen, preisstabilen Lebens als vermeintliche Sicherheiten, die vor allem auf dem Papier, aus bankseitigen oder staatlichen Versprechen bestehen?

Kosten – die wichtigen Größen


Häufig hören wir von Freunden außerhalb des Projektes die Frage: „Kein Eigentum … ? Dann gehört euch gar nichts?“
In unserer Gesellschaft sind wir auf Eigentum und die damit erhoffte Sicherheit konditioniert. „Meins“ und „haben“ und sowie die Absicherung von Eigentum fühlen sich existentiell an. Wir haben umgedacht und suchen  Sicherheit im Teilen und im Miteinander, wir versuchen gruppenbezogener zu denken und zu fühlen. 

Der genossenschaftliche Ansatz stellt dem Konzept Privateigentum eine solidarische Alternative gegenüber. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass eine Gruppe, bzw. Genossenschaft für Einzelne sorgt und die Verantwortung abgegeben wird.  Unsere Genossenschaft funktioniert über die Umkehrung des Erwartungs- und Konsumprinzips. Die Frage lautet nicht, was die Genossenschaft für den einzelnen tun kann, sondern vielmehr, was der/die Einzelne zum Gelingen des Projektes beitragen kann. Wir alle sind aufgefordert daran zu arbeiten vom Nehmenden zum Gebenden zu werden. 

Genossenschaftsanteile


Die Guts-Bewohner erwerben einen Genossenschaftsanteil in Höhe von  1000€ pro m2 Wohnfläche.
Diese wohnungsabhängigen Anteile dienen als Eigenkapital bei der Finanzierung.
Bei Eintritt in die Genossenschaft ist eine Pflichteinlage (2.000,- €) fällig. Diese werden bei Einzug in eine Wohnung auf die wohnungsabhängigen Anteile angerechnet.

Monatliches Nutzungsentgelt (netto / „Kaltmiete“) resultierend aus

– der Finanzierung (Fremdkapitalanteil, Zinsbindung, Tilgungshöhe)
– den Kosten für die Genossenschaft sowie
– den Rücklagen für Instandhaltung und Mietausfall

aktuell liegt das Nutzungsentgelt netto bei
ca. 7,50€ / m² Wohnfläche

Alle Beteiligten setzen sich aktiv dafür ein, dass diese Kosten / qm
nicht überschritten, sondern möglichst reduziert werden.

Betriebskostenumlage („Nebenkosten“)
resultierend aus

– den festen Betriebskosten (Grundsteuer, Versicherungen, Wartungen)
– den verbrauchsabhängigen Betriebskosten (Gas, Strom, Wasser)
– der Gemeinschaft (Aufgaben, Angebot, Eigenleistung)

die individuellen Nebenkosten für die eigene Wohnung sowie anteilig für die Gemeinschaftsflächen kalkulieren wir aktuell mit 
ca. 3,30 € / m² Wohnfläche

Die Betriebskosten werden jährlich abgerechnet.

Fragen hierzu beantworten wir Euch gerne auf unseren Informationsveranstaltungen. Schreibt uns doch eine Nachricht, dann setzen wir uns mit Euch in Verbindung.

Rechenbeispiele Finanzen

Beispielrechnung bei Bezug einer 65 m2 Wohnung auf dem Gut:

  • 65.000 € Pflichteinlage in Genossenschaftsanteilen (1000,- €/ m² Wohnfläche) – Erstattung bei Auszug.
  • 702 € monatliches Nutzungsentgeld (7,50 € pro m2 Wohnfläche) und Betriebskostenumlage (3,30 € pro m2 Wohnfläche).

Beispielrechnung bei Bezug einer 100 m2 Wohnung auf dem Gut:

  • 100.000 € Pflichteinlage in Genossenschaftsanteilen (1000,- €/ m² Wohnfläche) – Erstattung bei Auszug.
  • 1080 € monatliches Nutzungsentgeld (7,50 € pro m2 Wohnfläche) und Betriebskostenumlage (3,30 € pro m2 Wohnfläche).